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Im 12. Jahrhundert wurden die Schutzeinrichtungen der Ritter immer komplexer und umfassender. So bedeckten die Helme immer mehr das Gesicht ihres Trägers und verhinderten die Identifikation von Freund und Feind auf dem Schlachtfeld. Dies ermöglichten nun die Schildbilder der Ritter, deren Darstellung auf dem Schild das Wappen ausmacht.

Anfangs wurden sogenannte Reitersiegel zum persönlichen Bild von geistlichen und weltlichen Fürsten. Es zeigte den Fürsten in voller Bewaffnung (Bewappnung) zu Pferde. Die Ritter begannen nun ihrerseits ebenfalls Reitersiegel anzunehmen. Später wurde es üblich nur noch Schild und Helm, also das Wappen, als Siegel zu führen. Diese wurden von anderen Familienmitgliedern mitbenutzt und mit der Zeit erblich.

Im 13. und 14. Jahrhundert verloren die Ritter ihre Bedeutung für die Kriegsführung. Somit wandelte sich auch ihre Bedeutung und ihre Verwendung. Ritter stellten ihre Kampftechniken bei Turnieren zur Schau, wo Herolde auf die korrekte Ausführung der Wappen achteten und Aufzeichnungen darüber machten. Die noch immer gültigen Regeln der Heraldik gehen auf diese Herolde zurück.

Verleihungen von Wappen an Unfreie, die Ihrem Lehnsherren Dienste im Kampf geleistet hatten, kamen schon im 13. Jahrhundert vor. So kam es zum sozialen Aufstieg einiger Unfreier, die dann den Dienstadel (Ministeralien) bildeten. Nachdem das Bürgertum für die Geschicke des Reiches immer wichtiger geworden war (zb. durch Handel), wollte man sich mit dem Adel auf eine Stufe stellen. So sind seit dem 13. Jahrhundert bürgerliche Wappen bekannt, die hauptsächlich in Verträger Anwendung fanden.

Ab dem 14. Jahrhundert kommen Wappen auch bei freien Bauern vor. Wappen wurden zu dieser Zeit aus unterschiedlichsten Gründen verliehen, verkauft, verschenkt oder ausgeliehen. Die meisten Wappen dieser Zeit wurden jedoch willkürlich angenommen.

Wappen wurden mehr und mehr zum Zeichen eines Familienbesitzes; daraus entwickelten sich Herrschafts- und Gebietswappen.

Nach der französischen Revolution begann der Niedergang des Wappenwesens. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Heraldik wiederentdeckt und auf eine wissenschaftliche Ebene gebracht.


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